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    Strategisch zur stabilen Größe

    Der Formenbau Pfletschinger & Gauch ließ sich bezüglich einer neuen strategischen
    Ausrichtung von Tebis Consulting beraten. Wie wurden verbesserte betriebswirtschaftliche
    Kennzahlen und eine auf Veränderung ausgerichtete Unternehmenskultur erreicht?

    Firma

    Pfletschinger & Gauch Betriebs-GmbH, Plochingen

    Schwerpunkt

    Werkzeug- und Formenbau für Automotive, Medizin- und Elektrotechnik, Verpackungsindustrie

    Erschienen

    2020

    Interviewpartner: Michael Gauch und Roland Pfletschinger, Geschäftsführer

    Der 1951 gegründete Formenbau Pfletschinger & Gauch Betriebs-GmbH mit Sitz in Plochingen bei Stuttgart ist spezialisiert auf hochwertige Spritzgießformen für Teile mit großer Genauigkeit und optischem Anspruch. Hohe Qualität, das Know-how von qualifizierten Mitarbeitern und die Nähe zu ihren Kunden pflegen die Geschäftsführer Roland Pfletschinger und Michael Gauch bereits in der dritten Generation. „Wir kannten unsere Schwachstellen. Unsere gewohnten Prozesse haben einigermaßen funktioniert, aber Ideen zur Unternehmensentwicklung umzusetzen war aufgrund unserer eingespielten Strukturen manchmal mühsam,“ erzählt Diplom-Ökonom Gauch. Die Geschäftsführer sind stolz auf ihr langjährig stabiles Team. Aber sie spüren seit längerem die härteren Marktanforderungen: wachsender Preisdruck, kürzere Lieferzeiten, zunehmende Digitalisierung …

    Bei einer Veranstaltung des VDWF traf Pfletschinger auf den Leiter von Tebis Consulting, Jens Lüdtke. „Wir waren vorsichtig, bloß keine Unternehmensberatung. Und Tebis Software nutzen wir auch nicht“, sagt Pfletschinger. Aber der Ansatz von Jens Lüdtke passte zu seinen Vorstellungen, sie diskutierten einige Ideen. „Wir fanden, was wir suchten: einen beratenden Moderator mit Branchenerfahrung, der Projekte mit unseren Mitarbeitern umsetzten kann.“

    Das Unternehmen im Blick

    Sie starteten mit einer Analyse des Unternehmens. Gauch: „Wir wollten herausfinden, wo wir ohne großen Aufwand in kurzer Zeit erste Effizienzgewinne erzielen können.“ Jens Lüdtke verschaffte sich dazu ein umfassendes Bild des Unternehmens, sprach mit Mitarbeitern, schaute sich die Strategie, Abläufe, Werkstatt und Produkte an. Aufbauend auf dem Analyseergebnis erarbeitete er gemeinsam mit dem Führungskreis eine Zukunftsstrategie und einen realisierbaren Umsetzungsplan zur Steigerung von Effizienz und Rentabilität für die nächsten fünf Jahre.

    Fokus war eine veränderte strategische Ausrichtung am Markt. Breit aufgestellt war das Unternehmen bereits, etwa in den Branchen Medizin, Automotive, Verpackungen oder Kosmetik. Gemeinsam mit Tebis Consulting gelang es, die Marktanteile vor allem in der Medizinbranche zu vergrößern und einen breiteren Kundenstamm aufzubauen. „Wir sind jetzt eine stabile Größe, spezialisierter und haben unsere Ertragslage verbessert“, sagt Gauch. „Auch oder gerade wegen der Corona-Krise haben wir genug Arbeit und kommen ohne Kurzarbeit aus.“

    Darüber hinaus sollte mehr Standardisierung die Prozesse im Unternehmen optimieren. Auf Basis der Analyseergebnisse wollte man die Maschinenproduktivität steigern und die Durchlaufzeit sowie die Nacharbeitsquote senken. Weitere Punkte: Die Verbesserung der Mitarbeitermotivation und -führung. „Das sind alles große Brocken. Tebis Consulting teilte sie in kleinere Arbeitsprojekte auf, die nacheinander in wechselnden Teams bearbeitet wurden. So konnten wir auch bewerten, ob sich die Beratung bezahlt macht“, sagt Pfletschinger.

    Veränderung lernt laufen

    Anfangs traten noch Hürden auf: Die Belegschaft äußerte Bedenken gegenüber einem externen Berater, der zudem aus einem Bereich eines Softwarehauses kommt, dessen Produkte im Unternehmen nicht eingesetzt werden. Für den Leiter von Tebis Consulting sind solche Reaktionen normal. „Ja, wir führen Tebis im Namen und profitieren auch von dem Image und der Erfahrung unseres Mutterhauses“, sagt Jens Lüdtke und betont: „Wir arbeiten aber als eigenständige Geschäftseinheit. Unser Ziel: im Werkzeug- und Formenbau partnerschaftlich zu beraten und die Branche am Standort Deutschland wettbewerbsfähig zu halten. Es gibt zahlreiche Stellschrauben, um effizienter zu werden. Unsere Aufgabe ist es, die richtigen zu finden und mit dem Kunden ein stimmiges Konzept und realistische Maßnahmen zu entwickeln.“ Die Herausforderung liege oft darin, den Veränderungsprozess zum Laufen zu bringen – wie bei Pfletschinger & Gauch. Lüdtkes Rezept: „Wir lösen eingefahrene Verhaltensweisen und alte Strukturen behutsam auf. Das geht nur, indem man die Mitarbeiter konsequent mitnimmt.“

    Lüdtke begleitete das erste Projekt als Moderator. Das Thema: mehr Standardisierung. Dabei dokumentierte die Konstruktion häufig verwendete Bauteile und Werkzeuge in Wissensdatenbanken. „So etablierten wir wichtige Standards. Wir hatten sowieso zu viele Sonderwerkzeuge“, erzählt Pfletschinger. NC-Programmierer entwickelten zudem neue Templates für die Wissensdatenbank. „Lüdtke forcierte das Softwarethema nie, gab nur Denkanstöße und erzählte von seiner Erfahrung“, sagt der Maschinenbauingenieur. Auch die Rüstprozesse nahm Lüdtke unter die Lupe. Pfletschinger und Gauch setzt heute ein durchgängiges Rüstprozess-System ein. „Lüdtke schulte die Mitarbeiter. Das laufzeitparallele Rüsten spart uns seit zwei Jahren viel Zeit“, so Gauch. Parallel hierzu wurde die papierlose Fertigung umgesetzt.

    Verschlanken und verlagern

    Die ersten Ergebnisse überzeugten. Weitere Projekte folgten, um die Maschinenproduktivität zu steigern und Durchlaufzeiten zu verkürzen. Im Zuge dessen verschlankte der Formenbau den alten Maschinenpark. „Ziel heute ist es, weniger Maschinen effizienter zu nutzen“, sagt Pfletschinger. Sie investierten in ein neues, voll automatisiertes 5-Achs-Zentrum mit Palettenwechsler und führten Maschinendatenerfassung ein. Weiterhin rückte die Zerspanung verstärkt in den Fokus: Immer mehr manuelle Schleifarbeiten verlagerte man zum optimierten Fräsen. „Auch das Ziel, mehr mannlose Maschinenlaufzeit einzuführen, erreichte man: Mit Tebis Consulting steigerte sich diese um 25 Prozent. „Lüdtke hat frischen Wind reingebracht. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass es nicht reicht, ein Optimierungsprojekt nur anzustoßen. Es braucht immer engagierte Mitarbeiter, die überzeugt davon sind und es vorantreiben“, so Pfletschinger.

    In Kürze wird die 5-Jahres-Bilanz mit Tebis Consulting besprochen. Pfletschinger und Gauch sehen die Zusammenarbeit positiv. Sie erhöhten den Umsatz deutlich und steigerten die Rendite. Roland Pfletschinger resümiert: „Neben all den Verbesserungen und erfreulichen Kennzahlen konnten wir uns bei der Zusammenarbeit mit Tebis Consulting konsequent strategisch ausrichten. Veränderungen werden gelebt!“

    Die Schritte zum Erfolg

    • Unternehmensanalyse für gemeinsame Strategie mit klaren 5-Jahres-Zielen
    • Positionierungs- und Optimierungsworkshops mit Mitarbeitern
    • Konkretes Umsetzungskonzept mit aufeinander aufbauenden Schritten
    • Moderation, Schulung und Coaching bei der Umsetzung
    • Teams zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses
    • Kennzahlen für Monitoring und Erfassung des Projektfortschritts
    • Belegschaftsveranstaltungen zur Vermittlung der Konzepte und neuen Abläufe
    • Veränderte Mitarbeiterführung und mehr Eigenverantwortlichkeit
    • Integration moderner Maschinen und digitaler Technologien

     
    • Standardisierte Rüstprozesse sparen Zeit
    • Steigerung mannloser Maschinenlaufzeiten um 25%
    • Optimierte Wissensdatenbanken für Konstruktion, NC-Programmierung, Werkzeugverwaltung
    • Reduzierte Werkzeugkosten
    • Vom manuellen Schleifen zu optimiertem Fräsen
    • Lernende Organisation entwickelt sich
    • Neue strategische Ausrichtung und breiter Kundenstamm
    • Mehr Rendite und Umsatzsteigerung

     

    Mit Tebis Consulting ist es gelungen, unsere Mitarbeiter von Anfang an „mitzunehmen“. Die im Team erarbeiteten Maßnahmen werden auf allen Ebenen mitgetragen. Das erleichtert die Umsetzung ungemein.

    Michael Gauch und Roland Pfletschinger, Geschäftsführer Pfletschinger & Gauch GmbH